- Unternehmen
- P. J. Prause Durotec GmbH
- Branche
- Blattfedern und Bauteile aus Faserverbundwerkstoff
- Größe
- 22 Mitarbeiter (IHK-Profil)
- Produkte
- Blattfedern aus glas- und carbonfaserverstärktem Kunststoff, Glashartgewebeplättchen, Sonderbauteile
- Schwerpunkte
- Contentstrategie, Technisches SEO
- Untersucht
- prause-durotec.de, deutsche und englische Version
- Stand
Grundbild
Prause Durotec zeigt auf seiner Website, was ein Konstrukteur für eine Entscheidung braucht: eine im Dauerversuch geprüfte Langzeitfestigkeit, Temperaturbereiche und Lebensmitteleignung. Dieses Wissen steht unter dem Produktnamen S-Ply, zu dem sich in Deutschland keine Suchanfragen messen lassen, und es ist nach Produkten geordnet statt nach Anwendungen. Wer nach Blattfedern sucht, findet das Unternehmen bisher nicht auf der ersten Seite, und wer es findet, muss sich die passende Feder selbst zusammensuchen.
Was untersucht wurde
Ich habe mir die Website als Ganzes angesehen, auf Deutsch und auf Englisch: wie sie aufgebaut ist, welche Begriffe sie verwendet, wie gut Google sie erfassen kann und wofür sie in der Suche erscheint. Dazu kamen die Suchergebnisse zu Blattfedern und verwandten Begriffen und die Websites, die dort vorn stehen. Die Zahlen zu Suchanfragen stammen aus Ahrefs, einem Analysewerkzeug, das schätzt, wie oft ein Begriff im Monat gesucht wird. Im Beitrag stehen die zwei Punkte, die am deutlichsten auffallen.
Was schon gut funktioniert
Wer bei Prause Durotec eine Blattfeder aus Faserverbund prüft, findet Angaben, mit denen sich arbeiten lässt.
Die Produktseite beschreibt, wie die IMA Dresden die Langzeitfestigkeit im Wöhlerversuch geprüft hat. Das ist ein Dauerversuch, bei dem ein Bauteil immer wieder belastet wird, um zu ermitteln, wie viele Lastwechsel es bis zum Bruch aushält. Außerdem vergleicht die Seite den Werkstoff mit Federstahl. Die Variantenseiten nennen die Lebensmitteleignung nach EG 1935/2004 und FDA. Die Anwendungsseiten nennen Einsatztemperaturen von −60 bis 160 °C und Federgabeln, die über 400.000 Testzyklen bestanden haben.
Das ist mehr als Werbung. Wer in der Konstruktion von Stahl auf Faserverbund wechseln möchte, muss das intern begründen, gegenüber der Entwicklungsleitung, der Qualitätssicherung oder dem Einkauf. Genau dafür braucht er solche Zahlen, und hier stehen sie.
Dazu kommt ein Federberechner, in den Interessenten ihre eigenen Werte eingeben können, bevor sie anfragen. Und die Anwendungsseiten zeigen, wie breit das Einsatzfeld ist: Förder- und Siebtechnik, Papier- und Möbelindustrie, Medizintechnik, Luftfahrt.
Die Grundlage für eine Website, die Kunden bei ihrer Entscheidung hilft, ist also da. Ihr fehlt vor allem die Ordnung.
Das Fachwissen steht unter Produktnamen
Zum Produktnamen S-Ply misst Ahrefs in Deutschland keine Suchanfragen. Zu „Blattfeder“ sind es rund 1.500 im Monat, zu „Blattfedern Hersteller“ rund 150.
Auf der Website heißt die Kategorie „Blattfedern aus S-Ply®“. Darunter stehen fünf Werkstoffvarianten mit Namen wie S-Ply® yellow oder S-Ply® carbon. Begriffe wie GFK, Kunststoff oder Faserverbund stehen in keinem Seitentitel und keiner Hauptüberschrift. Der Seitentitel ist der Titel, den Google meist als Überschrift des Suchergebnisses zeigt. Er und die Hauptüberschrift sind die Stellen, an denen Google und Besucher zuerst ablesen, worum es auf einer Seite geht. In Zwischenüberschriften und im Fließtext kommen die Begriffe vor, dort wirken sie aber weniger deutlich.
Wie gesucht wird, lohnt einen genaueren Blick. Messbar ist die Nachfrage vor allem bei allgemeinen Zusätzen wie Hersteller, Fertigung oder nach Maß. Für Blattfedern in Verbindung mit einer Anwendung, einer Branche oder einer Werkstoffeigenschaft misst Ahrefs kaum Suchanfragen. Wer nach Blattfedern aus Kunststoff sucht, besitzt meist einen Transporter oder ein Wohnmobil.
Entsprechend sehen die Suchergebnisse aus, die ich geprüft habe. Federn aus Faserverbund erscheinen dort nur als Fahrzeugteil, auch in der KI-Zusammenfassung, die Google bei vielen Suchanfragen über den Ergebnissen einblendet. Industrielle Anwendungen kommen nicht vor. In den beiden Herstellerlisten, die auf der ersten Seite zu „Blattfedern Hersteller“ stehen, fehlt Prause Durotec ebenfalls.
Das Thema, für das Prause Durotec steht, ist in der Suche bisher nicht besetzt. Das ist eine Lücke, und zugleich eine Stelle, die noch niemand eingenommen hat.
Was ein Besucher auf der Website vorfindet
Die Seite „Blattfedern aus S-Ply®“ erklärt Aufbau und Werkstoff ausführlich. Offen bleibt, welcher Werkstoff für welchen Einsatz passt und worin sich die Varianten unterscheiden. Die Antworten stehen verteilt auf fünf Einzelseiten mit je rund 100 Wörtern, und die Übersichtsseite verweist im Inhalt nicht auf sie.
Die Anwendungsseiten haben zwischen 42 und 119 Wörter. Sie beschreiben, wo die Federn eingesetzt werden, verweisen aber weder auf den passenden Werkstoff noch auf eine Anfrage. Der Federberechner, zu dem jede Variantenseite führt, fragt nach Fördertrog, Fördergut und Arbeitsfrequenz, ist also auf die Fördertechnik ausgelegt.
Was das bedeutet, zeigt ein Beispiel. Eine Konstrukteurin aus der Medizintechnik landet auf der Anwendungsseite für ihren Bereich. Sie erfährt dort, dass es Blattfedern für ihre Branche gibt. Welche Variante sie braucht und wie sie mit jemandem ins Gespräch kommt, muss sie selbst herausfinden.
Eigene Besucher bringen Anwendungsseiten hier kaum, ihr Wert liegt woanders. Wer über einen allgemeinen Begriff wie „Blattfedern Hersteller“ auf die Website kommt, sucht dort nach seinem Einsatzfall. Findet er ihn, mit dem passenden Werkstoff und einem nächsten Schritt, kann er sich entscheiden.
Zur Orientierung: Bei „Blattfedern Hersteller“ steht weiter vorn ein Hersteller von Metallfedern. Seine Blattfedern-Seite nennt technische Eckdaten in Zahlen, hat ein Anfrageformular direkt auf der Seite und zeigt Ansprechpartner mit Namen und Durchwahl. In diesem Umfeld vergleicht ein Besucher, was er bei Prause Durotec findet.
Baustellen in der Technik
19 Seiten mit Platzhaltertext sind öffentlich abrufbar. Sie stehen in der Sitemap, einer Liste, mit der eine Website Google mitteilt, welche Seiten erfasst werden sollen. Mindestens 7 davon hat Google in seinen Index aufgenommen, also in den Bestand, aus dem die Suchergebnisse zusammengestellt werden. Dort stehen sie mit Titeln in Lorem ipsum.
Damit können sie in Suchergebnissen erscheinen, mit dem Namen Prause Durotec daneben. Wer das Unternehmen als möglichen Lieferanten prüft und auf einen solchen Eintrag stößt, sieht zuerst eine unfertige Seite statt der Sorgfalt, die in den Produktseiten steckt. Dazu kommt: Google bewertet Seiten nicht nur einzeln, sondern bezieht auch Signale der ganzen Website ein, und weist selbst darauf hin, dass das Entfernen wenig hilfreicher Inhalte den übrigen Seiten helfen kann. Ob die Platzhalterseiten hier eine Rolle spielen, lässt sich von außen nicht sagen. Gelöscht sind sie schnell.
Intern verlinkt sind die Seiten nicht. Vermutlich stammen sie aus dem Aufbau des Referenzbereichs und sind danach einfach stehen geblieben. Das passiert beim Aufbau einer Website leicht.
Jeder Seitentitel endet auf den Markennamen und einen englischen Claim, zusammen 63 Zeichen. Der Claim gehört zur Marke. Im Suchergebnis ist der Platz für den Titel aber begrenzt, und dort verdrängt er den Begriff, der den Inhalt der Seite beschreibt. Bei den Platzhalterseiten ersetzt Google den Zusatz bereits durch einen eigenen.
Im englischen Bereich tragen außer den Platzhalter- und Archivseiten 14 weitere Seiten deutsche Verzeichnisnamen, also deutsche Wörter in der Adresse der Seite. Der Produktbereich verteilt sich außerdem auf zwei verschiedene Pfade. Eine einheitliche Adressstruktur macht es Besuchern und Google leichter zu erkennen, welche Seiten zusammengehören.
Zusammen bestimmen diese Punkte, was ein Suchender von der Website als Erstes sieht.
Was ich zuerst angehen würde
- Die Platzhalterseiten löschen und aus Sitemap und Index nehmen, die Pfade vereinheitlichen.
- Neben den Produktnamen die Begriffe verwenden, unter denen gesucht wird, in Seitentiteln, Überschriften und Text. S-Ply bleibt der Name. Daneben steht, was es ist: Blattfedern aus GFK oder Carbon.
- Eine Übersicht schaffen, die Werkstoffe und Einsatzzwecke nebeneinanderstellt, und jede Anwendungsseite mit der passenden Variante und einem nächsten Schritt verbinden, ob Anfrage, Ansprechpartner oder Federberechner.
Was sich übertragen lässt
Ein Markenname ist kein Suchbegriff. Gefunden wird, wer die Wörter verwendet, mit denen Kunden ihre Aufgabe beschreiben.
Produktseiten erklären, was ein Produkt ist. Kunden brauchen zusätzlich eine Seite, die erklärt, welches Produkt zu ihrer Anwendung passt.
Was beim Aufbau einer Website als Platzhalter angelegt wird, gehört vor dem Livegang gelöscht. Auch wenn niemand darauf verlinkt.